Ökumenischer Freundeskreis der
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![]() Pater Willi Riedel SVD * 06.05.1943 in Assmannshausen + 05.02.2005 Matraman - Jakarta
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Am Samstag, den 5. Februar 2005, ist P. Willi Riedel unerwartet in der
SVD-Niederlassung St. Yosef, Matraman - Jakarta / Indonesien, verstorben.
Der Tag war arbeitsfrei und wurde individuell gestaltet. Deshalb wurde P. Riedel beim
Frühstuck und beim Mittagessen nicht vermißt. Als er zum Abendessen nicht erschien, hatte P. Franz Lamuri SVD kein gutes Gefühl. Deshalb gingen einige Mitbrüder zu seinem Zimmer, wo sie ihn tot aufgefunden haben.
Am Sonntag, den 6. Februar, um 20.00 Uhr hielt Generalrat P. Leo Kleden SVD,
der zu dieser Zeit in Jakarta weilte, das Requiem für ihn in der Kirche St.
Yosef, wo sein Leichnam bis 3.00 Uhr in der Frühe des nächsten Tages aufgebahrt
blieb. Jugend und Ausbildung
Willi kam am 6. Mai 1943 als Sohn von Theodor und Elisabeth Riedel, geb. Kern in Assmannshausen zur Welt. Wie seine vier Geschwister besuchte er in diesem kleinen aber weltbekannten Ort am Ufer des Rheins von 1949 bis 1955 die Volksschule. Mission Indonesien
Im August 1971 verabschiedete Willi sich von seiner Familie und fuhr mit einem dreiwöchigen Abstecher in Japan nach Indonesien. Dort traf er am 22. September 1971 ein. Die ersten Tage waren ausgefüllt mit Formalitäten der Einreise. Dann ging es nach Surabaya. Da das Missionsschiff Ratu Rosari noch nicht auslaufbereit war, besuchte P. Riedel die Ferieninsel Bali. Am 8. Oktober 1971 traf er auf der Ratu Rosari in Maumere ein.
In Ledalero lernte P. Riedel weiter Indonesisch und wurde auch in die Sitten und Gebräuche von Flores eingeführt. Zunächst wurde er Kaplan von Danga mit Sitz in der Pfarrei Ndora. Weihnachten feierte er dort zusammen mit P. Wiese. Danga ist keine einfache Pfarrei. Es ist dort sehr heiß, es gibt sehr wenig Wasser und das Essen war ganz einfach. Obwohl das Pfarrgebiet sehr ausgedehnt war, gab es nur sehr wenige Wege. Bei seinem Körpergewicht von 115 kg musste sein Pferd da oft Schwerarbeit leisten. Die meisten seiner Kapellen waren aus Holz, Bambus oder Palmgras. Lediglich die Pfarrkirche von Danga war gemauert. Allerdings ließen Hitze und einfaches Essen Willis Körpergewicht bald auf 95 kg sinken. Auf den Fotos der damaligen Zeit sah er deshalb ziemlich mager aus. Doch kurze Zeit später erreichte er wieder sein "Normalgewicht". Feuereifer Im Juni 1972 zerstörte ein Brand einen Teil des Pfarrhauses. Er selber und sein Mitarbeiter wurden dabei verletzt. Doch mit Hilfe der Gemeinde wurde das Haus bald wieder hergestellt. Ein Jahr später verwüstete ein Taifun das Pfarrgebiet und einen Großteil der Insel Flores. Es gab viele Tote, zahlreiche Erdrutsche, zerstörte Deiche und auch das Pfarrhaus fiel dem Sturm zum Opfer. Von der schönen Pfarrkirche waren nur einige Säulen stehen geblieben. Auch viele Schulen und Kapellen waren ein Opfer des Taifuns geworden. Zum Glück war P. Riedel während des Sturmes zusammen mit seinem Bischof zur Bischofsweihe des Nachbarbischofs von Ruteng. Mit Hilfe seiner Gemeinde und vieler Wohltäter aus Deutschland konnten nach und nach die Schäden behoben werden. Erst 1979 waren alle Gebäude wieder hergestellt. Im Zuge dieses Wiederaufbaues errichtete P. Riedel auch zahlreiche Schulen, von der Grundschule bis zum Gymnasium.
1973 erlebte er in Boawae ein großes Fest. Der aus seiner Gemeinde stammende Steyler Missionar P. Zakharias Belita wurde in Danga zum Priester geweiht. Da damals die Kirche noch zerstört war, musste man unter freiem Himmel feiern. Das Unglücksjahr 1973 war zugleich auch ein Hungerjahr in dieser Gegend.
Da es immer wieder Missernten gab, plante P. Riedel zusammen mit Regierung und den Bauern seiner Pfarrei, die Reisfelder, Gärten aber auch die Dörfer gründlich zu erneuern. Er bat Steyler Missionsschwestern, den Frauen und Mädchen Strick- und Haushaltskurse zu geben. Seebeben In diese Zeit fiel auch das schwere Erdbeben, das die Insel Flores im Dezember 1992 erschütterte. Er hatte es am eigenen Leibe erfahren. Er konnte zunächst sein Zimmer im 2. Stock nicht verlassen. Als begeisterter Funkamateur hatte er täglich Kontakte mit Funkerfreunden in aller Welt. So erhielten wir die Nachricht von dieser Katastrophe sehr schnell über einen Funkerfreund hier in der Stadt Sankt Augustin selbst. Gerade zwei Jahre im Amt leitete und koordinierte P. Riedel den langjährigen Wiederaufbau. Das gewaltige Seebeben hatte 90 % des Priesterseminars zerstört. Er war damals auch in der Wiederaufbaukommission der Erzdiözese. Im Mai 1996 wurde er zum Direktor der Steyler Zentralprokur SOVERDI Jakarta berufen. Mit den vielen Erfahrungen im Bereich der Verwaltung und Entwicklungsarbeit wirkte er sowohl in Jakarta als auch in der Nebenstelle Surabaya. Er trug Verantwortung für 4 Steyler Ordensprovinzen und Diözesen. Hier war er jetzt auch bei der Vermittlung von Hilfe für Aceh und Nias in vollem Einsatz Nahezu 35 Jahre seines Lebens arbeitete P. Riedel mit Freude und großem Erfolg in Indonesien. Er war Anlaufstelle für jedermann und man konnte sich auf sein Wort und seine Hilfe immer verlassen. Nach der Flutkatastrophe war er eine ganz wichtige Stelle für die vielen Fragen der Hilfsgelder für die Flutkatastrophe.
Bei allem Organisieren, Reisen und Verwalten auf interdiözesaner Ebene blieb er der Arbeit auf lokaler Ebene verpflichtet. Seine letzte Reise nach Europa, Ende 2004, konnte er mit einem Treffen seines Abiturjahrganges 1964/2004 verbinden. Die Kontakte, die er bei diesem Aufenthalt mit den Hilfswerken nahm, galten dem Bau eines Bibelzentrums auf der Insel Batam: Trauer Die Beileidsschreiben der deutschen Hilfswerke drücken die tiefe Hochachtung für den lieben Verstorbenen aus: "Pater Willi wird in unserer Erinnerung als ein "ganzer" Missionar und Priester und auch als ein kompetenter und vertrauenswürdiger Finanzmanager bleiben. Wir trauern um ihn und beten für ihn!" (Misereor). "P. Riedel stand mit dem Kindermissionswerk in einem regen Austausch bei dem unermüdlichen Einsatz für unsere gemeinsame Sache, die Not von Kindern und Jugendlichen zu lindern. Besonders im Rahmen der Vorbereitung und Durchführung unserer Projektreisen durften wir P. Riedel als kompetenten, äußerst wertvollen und gewinnenden Menschen kennen lernen." (Kindermissionswerk). Als Steyler Missionare danken wir Gott, P. Riedel in unseren Reihen gehabt zu haben. Wir danken aber auch seiner Familie und seinen Freunden für ihre Unterstützung und Hilfe während seines Missionsdienstes in Indonesien. Gemeinsam mit ihnen bitten wir den Herrn der Ernte, seinen treuen Diener, P. Willi Riedel, in die ewigen Wohnungen aufzunehmen, die Er denen bereitet hat, die Ihn lieben.
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(Stand: 03/2005)