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Sir Thomas Boteler School Warrington Cheshire/England und Wilhelm-Fabry Realschule Hilden
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Schulpartnerschaft Hilden - Warrington Aus der Festschrift: Wilhelm-Fabry-Realschule Hilden 1955 - 1978 von Julius Boden und Alexander Otto
Die partnerschaftlichen Beziehungen zwischen der Wilhelm-Fabry-Realschule Hilden und der Boteler Grammar School in Warrington (Cheshire / England) sind ein Kind der Partnerschaft der beiden Städte.
In den Nachkriegsjahren war in Hilden ein Lancashire-Artillerie-Regiment kaserniert. Die erste Fühlungnahme zwischen den Engländern und den deutschen Behörden in Hilden ging von dem britischen Betreuungsoffizier aus, der für seine Soldaten, die sich über Abgeschlossenheit in der Kaserne beklagten, einen Kontakt zur Hildener Bevölkerung wünschte.
Zu heimatlichen Festen wie Karneval, Schützenfesten u. a. wurden die Soldaten eingeladen. Diese Beziehungen führten nach kurzer Zeit zu einer Kontaktaufnahme der Hildener Stadtverwaltung mit der Stadtverwaltung von Warrington, dem heimatlichen Standort des Hildener englischen Regiments.
Diese regen Kontakte führten schließlich am 22. 5. 1968 zu einem offiziellen Abschluß einer Partnerschaft zwischen Hilden und Warrington. Die Urkunden wurden von den beiden Bürgermeistern Robert Gies und Arthur Boyle unterzeichnet.
Am 12. März 1968 trat der englische Education Officer aus Warrington zum ersten Mal an den Hildener Bürgermeister mit der Anregung heran, den Austausch von Gruppen auch auf die Schulen auszudehnen, und schlug einen Schüleraustausch vor.
![]() Mit der Organisation und Durchführung des ersten Austausches wurde für die Hildener Schule der Kollege Boden bestimmt. Von englischer Seite nahm Mr.. Phenix die Durchführung in die Hand. Es setzte ein intensiver Briefwechsel zwischen den beiden Schulen ein, in dem die Austauschgruppen auf je 30 Schüler festgelegt wurden. Die Paarung der Schüler erfolgte aufgrund von Listen, in denen soziales Milieu und Interessen der einzelnen Schüler angegeben waren. Diese zusammengestellten Schülerpaare traten schon vor dem Austausch brieflich in Kontakt. Der Austausch sollte jeweils 14 Tage dauern, und die Schüler sollten die ganze Zeit in den Familien verbringen. Der Austausch wurde durch die Engländer eröffnet, die per Bus am 21. 6. 1969 in Hilden unter Führung von Mr. Phenix und Mr. Whittle eintrafen. Die Gäste wurden von ihren Partnerfamilien in Empfang genommen, und dann lief ein für zwei Wochen vorbereitetes Programm ab. Morgens nahmen die englischen Jungen zusammen mit ihren deutschen Partnern am Unterricht teil. Nachmittags fanden Sportspiele, Schwimmen, eine Werksbesichtigung, ein Besuch der Hochdahler Sternwarte, ein Tanznachmittag mit einer gleichaltrigen Klasse einer Hildener Mädchenrealschule u.a. statt. Es wurden zwei Ganztagsfahrten nach Köln - Bonn - Siebengebirge und ins Bergische Land durchgeführt. Die ganze Freizeit, besonders die Wochenenden, verbrachten die englischen Gäste in den Partnerfamilien. Die beiden englischen Lehrer fanden bei Kollegen Unterkunft. An einem Nachmittag wurde die deutsch-englische Gruppe durch den Hildener Bürgermeister begrüßt. Auch wurde der Austausch finanziell durch die Stadt Hilden unterstützt. Am 5. 7., nach 14 Tagen gemeinsamen Erlebens, kehrten die englischen Partner heim.
Sofort nach den großen Ferien begann für die Hildener Gruppe die Organisation des Gegenbesuchs, der auf die Zeit vom 20. 6. - 4. 7. 1970 festgelegt wurde. Als zweiter Lehrer erklärte sich Kollege Gustav Müller bereit, an dem Austausch teilzunehmen.
Das in Warrington vorgesehene Programm wurde ähnlich gestaltet, wie es bereits in Hilden durchgeführt worden war. Zwei Ganztagsfahrten nach Nordwales und in den Lake District vermittelten Eindrücke von den Schönheiten englischer Landschaft. Wesentlich vom Hildener Programm unterschied sich die Unterrichtsgestaltung in Warrington.
Hervorzuheben sind die Gastfreundschaft und Herzlichkeit, mit denen die Jungen sowohl in Hilden als auch in Warrington in den Familien aufgenommen wurden. In der Freizeit, besonders an den Wochenenden, waren die betreuenden Eltern bemüht, ihren Gästen auf Ausflügen einen Teil der Heimat zu zeigen. In den folgenden Jahren fanden diese Begegnungen in regelmäßigem Turnus statt und wurden in ähnlicher Programmfolge abgewickelt. Außerhalb dieses Austausches besuchte eine Gruppe englischer Jungen unter Leitung von Mr. Phenix unsere Schule anläßlich der von der Stadt Hilden durchgeführten Warrington-Woche vom 19.-26. März 1971. Auch bei dieser Gelegenheit wurden die englischen Schüler bei Jungen der Wilhelm-Fabry-Realschule untergebracht. Auf einer Konferenz, an der auch der Education Officer von Warrington sowie der Direktor der Boteler Grammar School teilnahmen, wurden die Erfahrungen der beiden bisher durchgeführten Austausche kritisch besprochen und Richtlinien ausgearbeitet, nach denen weitere Begegnungen durchgeführt werden sollten. Der Austausch 1972 / 73 wurde wieder vom Kollegen Boden organisiert. Als zweiter Lehrer nahm dieses Mal Herr Otto an der Begegnung teil, der auch für die weiteren Begegnungen vorgesehen war, da Kollege Boden 1975 in den Ruhestand trat.
In den Jahren 1974 / 75 und 1976 / 77 fanden weitere Begegnungen der beiden Schulen statt. Umwälzende schulische Ereignisse an der englischen Partnerschule zwingen leider dazu, im Jahre 1978/79 mit dem Austauschprogramm zu pausieren. Die Umwandlung der Boteler Grammar School in eine Comprehensive School steht unmittelbar bevor. Einen englischsprachigen Bericht von Mr. Phenix finden Sie hier. |
Stand: 17.02.2006