Traueransprache von Jürgen Scholz
früherer SPD-Fraktionsvorsitzender im Kreistag

Liebe Elli,
sehr geehrte Familie Eckerth,
meine Damen und Herren,

die Sozialdemokratische Partei im Kreis Mettmann, und hier besonders die Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten in Hilden trauern um Hans-Günter Eckerth.
Wir trauern um unseren langjährigen Parteivorsitzenden, Fraktionskollegen, und wir trauern um einen hochgeschätzten Menschen.

Doch diese Trauer endet nicht an Parteigrenzen, ob man Hans-Günter Eckerth politisch nahe stand oder nicht, man stand ihm menschlich nah. Denn Hans-Günter Eckerth hat es in den vielen Jahren seines politischen Engagements bei allen Fragen, Problemen und Meinungsverschiedenheiten immer verstanden zu trennen.
Zu trennen zwischen der Sache, dem politischen Thema und dem Menschen der dahinter stand.
In seinen Worten und in seinem Handeln ging es ihm nie vordergründig um Parteipolitik, sondern um seinen Einsatz für die res publica, die öffentlichen Angelegenheiten, um das Gemeinwohl.

Diese Grundhaltung hat der leidenschaftliche Pädagoge, der Lehrer aus Überzeugung aus einem Beruf in das ehrenamtliche Engagement übertragen, das ihm zum zweiten Beruf wurde.
So war es verständlich, dass er bei Schülern für ehrenamtliches Engagement warb. Und es machte ihn dann ein wenig stolz, wenn sich ehemalige Schüler in Parteien oder Vereinen ehrenamtlich engagierten.

Hilden war dem gebürtigen Dortmunder als jungem Lehrer im Jahre 1949 zunächst Arbeitsstadt, später Heimatstadt geworden. Hier fand er in dem damaligen Bürgermeister Robert Gies ein politisches Vorbild und einen Mentor und folglich in der Sozialdemokratie eine politische Heimat.

Hans-Günter Eckerth trat 1960 in die SPD ein, ein Jahr später wurde erstmals in den Rat gewählt. Hier engagierte er sich aus nahe liegenden Gründen erfolgreich in der Schulpolitik.

Sein Weg in der Politik verlief parallel zum Aufbau und zum Ausbau der Wilhelm-Fabry-Realschule, deren Bild er so eindrucksvoll prägte, deren Direktor er wurde und bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand blieb.

Hilden reichte dem engagierten Politiker als Betätigungsfeld nicht mehr aus. Hans-Günter Eckerth wurde in den Kreistag und in die Landschaftsversammlung gewählt. Die Aufgaben im Kreis, zunächst als Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion, dann als stellvertretender Landrat, veranlassten ihn 1975 auf eine Kandidatur für den Hildener Rat zu verzichten.

Doch schon 1977 kam der Ruf nach Hilden zurückzukehren, sich ausschließlich um die Hildener Angelegenheiten zu kümmern.
Hans-Günter Eckerth ließ sich in die Pflicht nehmen und übernahm das Amt des Ortsvereinsvorsitzenden und übte es 10 Jahre aus. Ein Amt, das bis dahin fast jährlich neu besetzt wurde. Er hatte keine leichte Aufgabe übernommen,

  • denn es galt stark auseinander driftende Strömungen zusammenzuführen,
  • einen großen Generationenkonflikt zu lösen und
  • die sozialdemokratischen Positionen in der Kommunalpolitik zeitgemäß neu zu definieren.

Mit Engagement, Kompetenz, Geradlinigkeit und Durchsetzungskraft hat er diese Ziele verfolgt und erreicht. In seiner Amtszeit wurde der Grundstein für die späteren Erfolge der Hildener SPD gelegt. Nicht nur hier hat Hans-Günter Eckerth hervorragende Arbeit geleistet.

Mit seinen vorbildlichen Leistungen als stellvertretender Bürgermeister gewann er Vertrauen bei den Bürgerinnen und Bürgern. Es überraschte nicht, dass sich dies in einem hervorragenden Wahlergebnis niederschlug. Vor dem Abschluss seiner Amtszeit als Vorsitzender bereitete er mit Klugheit und Weitsicht die Staffelübergabe an einen jüngeren, an Günter Scheib vor.

Über 34 Jahre hat der Verstorbene als Ratsmitglied, Mitglied des Kreistages, stellvertretender Bürgermeister und stellvertretender Landrat in den Ausschüssen des Rates, im Kreistag und der Landschaftsversammlung die Politik in Hilden und im Kreis Mettmann maßgeblich mitgestaltet.

Seine Überzeugung, dass es zum friedlichen Zusammenleben der Völker keine Alternative gibt, hat ihn zu einem entschiedenen Verfechter der internationalen Partnerschaften der Stadt Hilden mit Warrington und Nove Mesto nad Metuj werden lassen.
Sein Wirken für die Menschen in unserer Stadt und in den Partnerstädten war Begründung für zahlreiche in- und ausländische Ehrungen.

Ortsverein und Ratsfraktion der SPD Hilden nehmen Abschied von einem verdienstvollen Sozialdemokraten, der, den traditionellen Werten von Freiheit, Gleichheit und Solidarität verpflichtet, Vorbild für unsere weitere Arbeit bleiben wird.

Die Hildener Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten verneigen sich vor dem Verstorbenen, sie sind Hans-Günter Eckerth zu unendlichem Dank verpflichtet.

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