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Rede des Landrats des Kreises Mettmann Thomas Hendele anlässlich der Gedenkfeier für den ehemaligen stellvertretenden Landrat des Kreises Mettmann Herrn Hans-Günter Eckerth am 23. September 2004 in Hilden (im Ev. Gemeindehaus Schulstraße 35)
zunächst möchte ich Ihnen, sehr verehrte Frau Eckerth und Ihrer Familie meine persönliche Anteilnahme, aber auch diejenige des Kreistags und der Kreisverwaltung übermitteln.
Ich bin Hans-Günter Eckerth schon zu einem sehr frühen Zeitpunkt begegnet. Er war nie mein Lehrer, aber über viele Jahre mein Schulleiter in der Willhelm-Fabry-Realschule. Trotzdem waren die Begegnungen vielfältig, es war eine unruhige Zeit in der zweiten Hälfte der 60er Jahre.
Es hat mich später sehr gefreut, dass diese persönlichen Stärken von Hans-Günter Eckerth auch in unseren politischen Begegnungen wiedergefunden habe. Viele Jahre gemeinsamer Arbeit im Kreistag und im Stadtrat von Hilden haben aus dem gegenseitigen Respekt eine freundschaftliche Verbundenheit wachsen lassen. Umso schmerzlicher hat mich auch persönlich die Nachricht von seinem Tod berührt.
22 Jahre war Hans-Günter Eckerth Mitglied des Kreisausschuss, neun Jahre lang nahm er das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden dieses wichtigsten Ausschusses des Kreistags wahr. Zehn Jahre lang war er stellvertretender Vorsitzender des Verwaltungsrats der Kreissparkasse Mettmann. Lange Jahre vertrat er erfolgreich den Kreis Mettmann in der Landschaftsversammlung Rheinland und bei den Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerken, dessen Aktionär der Kreis Mettmann ist. Seine Vielseitigkeit, seine Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen und seine Fähigkeit, sich unvoreingenommen neuen Herausforderungen zu stellen, hat die SPD-Fraktion des Kreistags veranlasst, ihm von 1967 bis 1976 den Fraktionsvorsitz zu übertragen. in der nachfolgenden Wahlperiode übernahm Hans-Günter Eckerth dann das Amt des stellvertretenden Landrats, das er trotz der vielfältigen Verpflichtungen mit. großer Freude ausfüllte. Aus dieser Aufzählung lässt sich unschwer die politische Bedeutung von Hans-Günter Eckerth messen. Sie lässt sich aber auch an seinen Erfolgen erkennen.
Hans-Günter Eckerth hat stets den Kreis als ein wichtiges Bindeglied für die Städte eingeschätzt. Natürlich lag es ihm am Herzen, die Interessen seiner Heimatstadt Hilden auch im Kreistag zu vertreten.
Diese Haltung ist besonders in den frühen 70er Jahren deutlich geworden, als der Kreis Mettmann um sein Oberleben und auch die Stadt Hilden um ihre Freiheit kämpften. Hans-Günter Eckerth war als SPD-Fraktionsvorsitzender in vorderster Front zu finden. Diese politischen Erfolge finden ihren Ursprung im Charakter und in der Persönlichkeit von Hans-Günter Eckerth. Als überzeugter Sozialdemokrat war er den Werten seiner Partei stets verpflichtet, jedoch jeglichen Ideologien gegenüber skeptisch. Geprägt von einer Jugend unter der Nazi-Diktatur war ihm das Recht der anderen Meinung, und ganz besonders das Recht, sie zu äußern, stets ein hohes Gut. Und letztlich, Hans-Günter Eckerth war Realpolitiker. Ihm war stets bewusst, dass -wenn er seine Ziele verwirklichen will - der Kompromiss häufig die beste der sich bietenden Möglichkeiten ist. Ausgleichend - aber beharrlich - verfolgte er die von ihm als wichtig erkannten Projekte. Dass er damit für einen Politiker, der nicht in der Mehrheitsfraktion des Kreistages arbeitete, große Erfolge hatte, beweist die Richtigkeit seines Politikstils. Hans-Günter Eckerth hat Spuren in der Geschichte des Kreises Mettmann hinterlassen. Kreistag und Kreisverwaltung, die Schulen und viele anderen Institutionen, aber auch die Bürgerinnen und Bürger des Kreises, sind ihm zum Dank verpflichtet. Wir werden ihn nicht vergessen.
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